Afrikanische Kurzfilme

AUGENBLICKE AFRIKA Afrikanisches Filmfestival
MATATA
Ein Fotoshooting, in dem ein junges Modell eine Fotografie aus der Zeit der brutalen Herrschaft von König Leopold II im Kongo nachstellt, nimmt eine unerwartete Wendung. Die Szenerie verwandelt sich in eine Reihe von Tanz inspirierten Traumlandschaften, verblassenden Gedankenprojektionen historischer Fragmente und der äußeren, erwachenden Welt. Rhythmus, Farbe und Bewegungen führen in "Matata" von den weitverbreiteten Darstellungen Afrikas in eine neue Zukunft, in eine Befreiung vom kolonialen Blick. Der Film kombiniert gängige Gesellschaftsbilder über Afrika und kritische Gegenentwürfe mit digitaler Bildtechnik. D.R. Kongo / USA, R.: Petna Ndaliko Katondolo, 37 Min., OF, ohne Dialog

KANIAMA SHOW
"Kaniama Show" ist eine köstliche, ironische Satire über ­geheime Absprachen von Staatsmännern und Medienkonzernen in einem fiktiven Land auf dem afrikanischen Kontinent. Der Film ist einer dort üblichen Varieté-Show am Sonntagnachmittag nachempfunden, in Szene gesetzt im 70er-Jahre-Look. Mit solchen Unterhaltungsshows werden, laut Baloji, die Positionen der ­Herrschenden unters Volk gebracht, um deren Macht zu festigen und kritische Stimmen auszuschalten. Belgien / D.R. Kongo, 2018, R.: Baloji, 24 Min., OF, engl. UT

NEVER LOOK AT THE SUN
Der Film ist eine visuelle Ode an die schwarze Schönheit und eine aufregende visuelle Erzählung über die Praxis des Hautbleichens. Baloji untersucht anhand seiner Markenzeichen-Assemblage aus esoterischen ­Kostümen und visuellen Metaphern die Praxis der Hautaufhellung bei schwarzen Frauen. Cremes, Buffs und Seifen bietet der Markt an, euphemistisch als "Aufhellung" oder ­"Tonisierung" bezeichnet. Von vielen Frauen werden diese Bleichmittel verwendet, um euro­zentristischen Schönheitsstandards zu entsprechen. Frankreich, 2020, R.: Baloji, 5 Min., engl. OF, engl. UT

ZOMBIES
Der Songwriter und Videokünstler Baloji lädt zu einer fantastischen Reise durch Kinshasa ein – von Friseursalons über Musik-Clubs bis zu Wahl­kampfveranstaltungen und westernähnlichen Straßenszenen, wobei extravagante Protagonist*innen in futuristischen Outfits eine halluzinatorische Atmosphäre verbreiten. Und immer dabei ein Smartphone, das den Menschen die Macht der digitalen ­All­gegenwart verleiht. Der Selbstdarstellungswahn der Gesellschaft wird im Film in Hip-Hop-Texten verarbeitet. Belgien / D.R. Kongo, 2018, R.: Baloji, 15 Min., Lingala OF, engl. UT
Spieltermine
01.11.2020 - 16:30 |